Allgemeines zum UL-Angeln

In den vergangenen Jahren wurde immer stärker eine neue Technik im Bereich des Spinnfischens populär. Die Rede ist vom Angeln mit ultraleichter Ausrüstung, dem sogenannten UL-Angeln.

Was ist UL-Angeln?

Beim UL-Angeln wird mit besonders leichter und feiner Ausrüstung geangelt. Die künstlichen Köder haben in der Regel ein maximales Gewicht von etwa fünf Gramm. Dementsprechend werden auch spezielle Angelruten für dieses geringe Wurfgewicht verwendet. Denn nur so können die Köder gefühlvoll geführt und auch über größere Distanzen ausgeworfen werden. Vor allem beim Angeln auf Barsche und Forellen erfreut sich das UL-Angeln großer Beliebtheit.

Die Vorteile des UL-Angeln:

Alle Angler, welche sich bereits einmal mit UL-Angeln beschäftigt haben können bestätigen: Mit dieser Technik können meist deutlich mehr Fische gehakt werden, als beim herkömmlichen Spinnfischen. Doch woran liegt das?

Gründe des Fangerfolgs

  • Kleine Köder können von einem größeren Prozentsatz der Fische als fressbare Beute wahrgenommen werden.
  • Zu Zeiten, in welchen viel Fischbrut geschlüpft ist, stellen solch kleinen Fische den Hauptanteil am Nahrungsangebot, größere Köder werden in solchen Phasen häufig ignoriert.
  • Die lange Absinkphase in Kombination mit der sehr gefühlvollen Führung der leichten Köder sorgt zusätzlich für mehr Bisse.
  • Die verwendeten Kunstköder sind meist für ein breiteres Spektrum an Zielfischen geeignet. Dennoch kann mit ultraleichter Ausrüstung auch gezielt auf einzelne Fischarten geangelt werden.

Große Köder für große Fische

Häufig wird als Grundregel „Größere Köder entspricht größeren Fischen“ genannt. Vor allem beim Forellen- aber auch Barschangeln ist dies keinesfalls gültig.

Wer jetzt der Meinung ist, dass UL-Angeln mit kleinen Fischen und großer Langeweile verbunden ist, liegt falsch. Denn da stets dünne Schnüre, eine leichte Rute und kleine Haken verwendet werden, ist auch der Drill von kleineren Fischen eine große Herausforderung. Fische, welche mit herkömmlicher Ausrüstung binnen weniger Momente an Land gezogen werden, sorgen so für einen aufregenderen Kampf.

Die Rute biegt sich durch und man muss stets auf der Hut sein, der Schnur genügend Freilauf zu lassen, damit diese nicht reißt. Doch damit nicht genug. Denn oft genug finden auch kapitale Fische gefallen an kleinen Ködern. Dies ist insbesondere in der Brutzeit der Fall. Ein solcher Biss auf derartig leichtes Material kann für einen Kampf sorgen, welcher lange in Erinnerung bleibt.

UL-Angeln als Adrenalinkick

Beim ultralight Angeln steht der Spaß an vorderster Stelle. Dementsprechend ist der Adrenalinausstoß während des Drills deutlich wichtiger als die Größe des Fanges.

Die beste Zeit zum UL-Angeln auf Forellen:

Beim Angeln auf Forellen wird häufig erwähnt, wie viele unterschiedliche Methoden und Köder für gute Fänge möglich sind. Nicht immer gehören Kunstköder zu den besten Möglichkeiten. Doch insbesondere dann, wenn in den Gewässern zahlreiche kleine, frisch geschlüpfte Fische vorhanden sind, gehen auch Forellen mit Vorliebe auf die Fischjagd. Dies ist meist in den frühen Sommermonaten der Fall.

Doch auch wenn mit anderen Ködern kein Erfolg erzielt wird, kann man getrost einen Versuch mit ultraleichten Ködern unternehmen. Vor allem Nachbildungen von Insekten gehören in solchen Fällen zu den besten Empfehlungen.

Die Tageszeit spielt beim Forellenangeln eine deutlich geringere Rolle als bei sonstigen Raubfischen. Denn Forellen sind meist den ganzen Tag über aktiv und auf der Suche nach Fressen. An stark befischten Gewässern kann es jedoch vorkommen, dass die Forellen tagsüber eher in Schockstarre verfallen. In solchen Fällen ist ein Angeln in den Dämmerungszeiten besonders empfehlenswert.

Die besten Stellen zum UL-Angeln auf Forellen:

Besonders großer Beliebtheit erfreut sich das UL-Angeln am Forellenteich. Denn nirgends können neue Techniken einfacher ausprobiert und erlernt werden. Hier sind die Forellen häufig in der Nähe jenen Stellen zu finden, an denen sie eingesetzt wurden. Doch ebenso wie auch an sonstigen Seen sind auch beim Forellenteich natürliche Verstecke, Frischwasserzuläufe und Gebiete mit besonders hohem natürlichem Futtervorkommen als Hotspots zu nennen.

Etwas anders sieht die Situation in Flüssen und Bächen aus. Hier eignet sich das ultralight Angeln hervorragend, um einfach größere Gebiete zu erkunden. Denn die Ausrüstung wiegt nur wenig und bietet große Mobilität. Zu den besten Hotspots in Flüssen gehören jene Zonen, in welchen ruhige Gewässerabschnitte auf solche mit stärkerer Strömung treffen. Denn hier können die Forellen perfekt auf Beute lauern und diese erlegen.

Weitere Tipps:

Beim UL-Angeln sollte man stets auf sämtliche Eventualitäten vorbereitet sein. Denn die kleinen Köder werden von deutlich mehr Fischarten angenommen, als man erwarten würde.

So können kapitale Brachsen oder große Karpfen auch gelegentlich Interesse an einem kleinen Fischimbiss bekommen. Beim Drill mit solchen Fischen, welche durchaus ohne größere Probleme bis zu 10 kg auf die Waage bringen, ist mit dem leichten Material besonders viel Geduld gefragt.

In Gewässern mit Hechtbesatz kann es selbstverständlich auch zu Bissen von diesen Räubern kommen. Mit ultraleichten Schnüren und Vorfächern machen sie meist kurzen Prozess. Verwendet man herkömmliches Stahlvorfach, wird es jedoch nichts mehr mit dem UL-Angeln. Kurze Stahlspitzen oder äußerst feine, dünne Vorfächer aus Titan können hier dennoch Abhilfe verschaffen.

Fazit:

UL-Angeln ist eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Spinnangeln. Mit feinem und leichtem Material können bequem große Gebiete über einen längeren Zeitraum und ohne Ermüdung erkundet werden.

Die Häufigkeit von Bissen steigt, dafür sinkt die durchschnittliche Größe der Fische. Dies ist jedoch nicht negativ zu bewerten, da auch kleine Fische am leichten Material für einen guten Kampf und eine Herausforderung sorgen.

Wenn der Spaß am Drill wichtiger ist, als Statistiken der Größe und des Gewichts der gefangenen Fische, ist ultralight Angeln garantiert eine Alternative, welche ausprobiert werden sollte.

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