Was ist ein Spirolino?

Spirolino ist die im Deutschen gebräuchliche Bezeichnung für ein besonderes Wurfgewicht. Es wurde in den neunziger Jahren in Italien (italienisch: Sbirolino oder Bombarde) erfunden. Zudem findet die Schreibweise „Sbirolino“ bei uns ebenfalls Verwendung.

Der Spirolino dient zur Erweiterung der Spinnmontage und verbessert deren Wurfweite. Zudem verbessert er auch die Kontrolle der Lauftiefe des Köders. Der Spirolino besteht aus einem Durchlaufrohr für die Angelschnur. Dieses ist von einem Kunststoff- oder Schaumkörper umgeben. In diesem Kunststoff- oder Schaumkörper befindet sich häufig ein Messinggewicht, das zur Gewichtstarierung dient.

aufbau_spirolino

Spirolinos erhält man in Gewichtsklassen von 4 Gramm bis 40 Gramm. Für das Forellenangeln verwendet man in der Regeln Gewichte von 4 bis etwa 20 Gramm. Durch die perfekte Kombination aus Auftrieb und Gewicht ist der Spirolino in schwimmend, langsam sinkend und sinkend erhältlich. Je nachdem, welche Lauftiefe gerade gewünscht ist.

Lauftiefen des Spirolino

  • schwimmend ⇒ Oberfläche
  • sehr langsam sinkend ⇒ 0,5-2 Meter
  • langsam sinkend ⇒ 1,5-3 Meter
  • sinkend ⇒ 2,52-5 Meter

Mit dem Spirolino zur Traumforelle!

Der Spirolino bringt den Angelköder zum Fisch, und da soll er hin! Außerdem wird beim Forellenangeln im Normalfall mit leichten Ködern geangelt. Aus diesem Grund benötigt der Forellenangler ein zusätzliches Gewicht. Nur so kann er den Köder bis zum Fisch bringen. Denn wie wir alle wissen, steht der Fisch selten direkt am Ufer.

Die Besonderheit des Spirolinos ist die Kombination aus Auftrieb und Absinken. Dadurch kann man die für Forellen typischen Wasserschichten eines Gewässers wunderbar abfischen. Forellen halten sich meist in den mittleren und oberen Wasserschichten auf.

Das Spirolino Geheimnis

Durch das hohe Wurfgewicht bei leichtem Köder sind weite Würfe zum Hotspot möglich. Zudem erlaubt die Auftriebskraft des Spirolino dem Angler, den Köder in der richtigen Wassertiefe zu präsentieren. Ein optimaler Köder für das Forellenangeln!

Die Spirolinomontage

So baut man die Montage

  • Spirolino auf die Hauptschnur auffädeln ⇒ Auftriebskörper zeigt zum Köder
  • Gummiperle aufgefädeln
  • es folgt ein Dreifachwirbel, der mit einem Knoten befestigt wird
  • Anbringen des Vorfachs
  • am Vorfach befestigt man den Köder

Notwendigkeit des Dreifachwirbels

Der Dreifachwirbel ist notwendig, um ein Verdrehen der Angelschnur durch die Bewegung des Köders zu verhindern.

Das Vorfach

Beim Spirolinoangeln ist das Vorfach sehr lang. Hierbei beim Einsatz eines kleinen Kunstköders etwa 1,2 Meter. Verwendet man Bienenmaden oder Teig ist das Vorfach bei der Spirolinomethode sogar 1,5 bis 2,5 Meter lang. Grund hierfür ist, dass die Forelle durch einen zu geringen Abstand zum Spirolino abgeschreckt wird.

Die Angelschnur

Die Angelschnur muss den zu erwartenden Fischgewichten entsprechen und kann monofil oder geflochten sein.

Die Angelrute

Man sollte für die Spirolinomontage eine längere Rute mit feinfühliger Spitze einsetzen. Zu kurze Ruten machen das Auswerfen mit langem Vorfach schwer bis unmöglich. Zudem erlauben steife Angelruten es fast nicht, feine Bisse beim Forellenangeln zu erkennen.

Der Spirolino ist keine Pose

Der Spirolino wird manchmal als Spirolino-Pose oder Forellenpose bezeichnet. Das ist falsch. Eine Pose ist ein Bissanzeiger. Der Bissanzeiger beim Forellenangeln mit der Spirolinomontage ist allerdings die Rutenspitze.

Forellenangeln mit der Spirolinomontage

So wählt man den richtigen Spirolino aus:

  • Schwerer = weiterer Wurf
  • leichter = an kleineren Seen oder Teichen
  • Schwimmend = befischen der Wasseroberfläche
  • langsam sinkend oder sinkend = befischen tieferer Wasserschichten

Spirolinoangeln mit Teig und Bienenmaden

Fischt man mit Forellenteig oder eine Kombination aus Teig und Bienenmade, bietet sich die sinkende Variante an. Beim Forellenteig montiert man ein 0,5 Gramm schweres Bleischrot auf dem Vorfach. Der Abstand des Bleischrots zum Köder ist die gewünschte Distanz des Köders über dem Gewässerboden.

Abgesehen davon ist auch das Teigschleppen mit dem Spirolino oftmals sehr erfolgreich. Beim Teigschleppen zieht man den Forellenteig langsam, mit Unterbrechungen durch das Wasser. Im Handel bekommt man besondere Spirolinohaken mit langem Vorfach. Diese haben teilweise eine kleine Teigspirale, damit der Köder besser hält.

L-förmige Köder

Formt man den Teig in einer speziellen L- oder Blattform, so löst seine Bewegung in der Strömung einen zusätzlichen Reiz aus.

Außerdem findet ihr alles rund um das richtige Angeln mit dem Forellenteig auf der Seite Forellenteig, ein Top Köder

Der Kunstköder

Die Spirolinomontage kann man auch mit Kunstködern verwenden. Dabei montiert man kleine Blinker für Forellen (Spoons) oder kleine Wobbler an einem kürzeren Vorfach. Zudem empfiehlt sich für das Forellenangeln mit Kunstköder ein schwimmender oder langsam sinkender Spirolino. Dabei kommt es auf die Wassertiefe an, die man befischen möchte.

Einsatz eines zweiten Wirbels

Beim Einsatz von Kunstködern montiert man einen weiteren Wirbel vor dem Blinker. So kann man den Kunstköder schnell und ohne großen Aufwand tauschen. 

Tipps gegen Schnursalat mit Spirolino!

Das Auswerfen der Spirolinomontage kann zu Schnursalat führen. Das lange Vorfach mit dem hinten liegenden Gewicht neigt zum Verheddern.

Wenn man beim Wurf die Schnur auf der Rolle mit dem Finger leicht bremst, treten weniger Verwicklungen auf. Beim Wurf zieht der Spirolino die Hauptschnur und die Vorfachmontage. Wird der Wurf leicht abgebremst, überholt das Vorfach das Wurfgewicht. Das Vorfach verwickelt sich so nicht mit der Hauptschnur.

Bei der Montage langer Vorfächer einfach einige Finger durch das Vorfach aus der Packung stecken. Die Hand kreisförmig führen und das Vorfach abwickeln. So vermeidet man auch hier Verhedderungen.

Übrigens, die Spirolinomethode kann auch für andere Fischarten Anwendung finden. Darum, ran ans Wasser und ausprobieren – mit dem Spirolino zum Fangerfolg!

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