Was ist das Fliegenfischen?

Unter dem Begriff Fliegenfischen versteht man eine spezielle Angeltechnik. Durch ein gezieltes, regelhaftes Auswerfen des Köders wird ein Insekt simuliert, das über die Wasseroberfläche fliegt. Dies hat zur Folge, dass man den Fischen beim Biss zusehen kann. Mehr Spannung und Action wird man beim Angeln nur selten erhalten. Doch wenn man Fliegenfischen lernen will, muss diese Angeltechnik von Grund auf neu erarbeitet werden.

Der Grundablauf beim Fliegenfischen

Um die sehr leichten Ködern über eine bestimmte Distanz auswerfen zu können, ist ein gänzlich unterschiedliches Material zu sonstigen Angelmethoden erforderlich. Dies zeigt sich auch bei einer Betrachtung des Ablaufes beim Fliegenfischen: Denn der Fisch wird nicht, wie beim Spinnfischen durch ein kontinuierliches Einholen des Köders zum Biss angeregt, sondern durch das wiederholte Auftippen auf der Wasseroberfläche. Wer die Technik des Fliegenfischens beherrscht, dem gelingen regelhafte, fließende und doch ruckartige Bewegungen mit der Fliegenrute. Unterschiedliche Wurftechniken und Angelmethoden werden in Kombination mit speziellen Ködern verwendet, um eine große Vielfalt an Reizen geben zu können.

Unterschiedliche Wurftechniken beim Fliegenfischen

Je nach persönlichen Vorlieben, aber auch durch verfügbaren Platz bedingt, werden unterschiedliche Wurftechniken verwendet. Für den Anfänger ist empfehlenswert, den Grundwurf einwandfrei zu erlernen, bevor man sich an weitere Techniken heranwagt.

Der Grundwurf

Beim Ablauf des Grundwurfs werden mehrere Bewegungen fließend aneinandergereiht:

  • Der Rückschwung
  • Die Streckungsphase
  • Der Vorschwung

Bevor der erste Auswurf getätigt wird, werden einige Meter Schnur abgerollt und sauber vor sich abgelegt. Die Rute ist in einer waagrechten Position als Verlängerung der Arme nach vorne gestreckt und wird mit einer Hand gehalten. Die zweite Hand greift die Schnur etwas oberhalb der Rolle. Nun wird der Auswurf mit einem Rückschwung gestartet. Darunter versteht man eine ruckartige Bewegung der Angelrute bis leicht hinter den Kopf. In der Streckungsphase wird die Schnur sich noch weiter dehnen, wodurch sich die Angelrute etwas durchbiegt.

Während der Streckungsphase muss bereits mit dem Vorschwung begonnen werden. Ebenfalls durch eine ruckartige Bewegung wird die Rute nun nach vorne geschwungen. Der Köder wird dadurch auf die Wasseroberfläche geworfen und soll dort im optimalen Falle nur kurz auftippen, bevor der nächste Rückschwung ihn erneut nach hinten bewegt und so den Ablauf von Neuem startet. Bei einzelnen Ködern kann es nötig sein, ihn über einen kürzeren Zeitraum auf der Wasseroberfläche treiben zu lassen.

Fließende Bewegungen als Erfolgsgarant

Das fließende Aneinanderreihen der Bewegungen ist das A und O des Fliegenfischens. Dabei ist vor allem auf das perfekte Timing zu achten. Wartet man nach dem Rückschwung zu lange, wird der Köder am Boden zum Liegen kommen. Wartet man hingegen zu kurz, wird der Druck auf die Schnur zu groß. Hierdurch entsteht ein peitschenartiger Knall, welcher teilweise die Fliege vom Vorfach reißt.

Der Verlängerungswurf

Wenn die Bewegungsabläufe sowie das Timing einigermaßen gut funktionieren kann der nächste Schritt erlernt werden, der Verlängerungswurf. Um den Ködern dorthin zu befördern, wo sich die Fische befinden, muss der Auswurf weiter ausfallen, als dies mit dem Grundwurf möglich ist.

Ablauf Verlängerungswurf

  • bei jedem Rückschwung wird mit der freien Hand ein wenig Schnur von der Spule genommen
  • beim Vorschwung lässt man der Schnur freien Lauf, sodass die Wurfweite erhöht wird
  • beim sogenannten Doppelzug wird sowohl beim Vor- als auch beim Rückschwung Schnur abgezogen und freigegeben

Schnur freigeben Fliegenfischen

In der Ruhe und Geduld liegt der Erfolg

Fliegenfischen zu lernen ist ein Vorgang, der nicht erzwungen werden kann. Niemand kann und sollte erwarten, bei seinen ersten Versuchen eine große Wurfweite zu erzielen. Denn: Je mehr Schnur geworfen wird, umso schwieriger wird das nötige Timing sowie der flüssige Ablauf des Werfens.

Der Rollwurf

Vor allem wenn hinter dem Angler kein Platz ist oder Bäume einen Grundwurf unmöglich machen, wird der Rollwurf eingesetzt. Hierbei wird in einer fließenden Bewegung die Rute von vorne bis über den Kopf und erneut nach vorne geschwungen. Die Schnur wird vom Boden gehoben und bewegt sich mit einer Rolle nach vorne. Bei dieser Technik ist viel Übung gefragt, damit die fließende Bewegung und die nicht zu ruckartige Beschleunigung das erwünschte Ergebnis erzielen.

Tipps und Tricks

Wurfübung auf dem Trockenen

Es wird empfohlen, sich sämtliche Techniken des Fliegenfischens von Könnern zeigen zu lassen, und diese zu Beginn auf dem Trockenen, beispielsweise einer großen Wiese, zu üben.

Vor allem zu Beginn wird der Auswurf häufig fehlerbehaftet sein. Folgende Punkte können unter anderem auftreten und folgende Ursachen stecken meist dahinter:

Schnur und Köder landen am Boden

  • Mögliche Ursachen: Rückschwung ist zu schwach oder die Rute wird hinten zu weit abgesenkt

Schnur streckt sich nicht sauber

  • Mögliche Ursachen: Vorschwung ist zu schwach, Schnur zu früh losgelassen oder kein fließender Übergang von Rück- zu Vorschwung.

Schnur landet als Haufen auf dem Boden

  • Mögliche Ursachen: kein fließender Übergang zwischen den Bewegungen oder zu tief, bzw. zu hoch gezielt

Schnur reißt / Peitschenknall

  • Mögliche Ursache: zu früh den Vorschwung angesetzt

Der Drill

Hat ein Fisch angebissen, stellt sich die Frage, wie der Drill beim Fliegenfischen abläuft. Die Rolle einer Fliegenrute hat keine Bremse und funktioniert gänzlich anders als herkömmliche Spulen. Außerdem wird es häufig vorkommen, dass noch „leere“ Schnur auf dem Boden liegt. Meist wird der Drill per Hand gestartet. Geübte Fliegenfischer versuchen jedoch stets, den Fisch so rasch wie möglich mit der Rolle drillen zu können. Konkret läuft der Drill beim Fliegenfischen folgendermaßen ab:

  • Die Angelleine wird mit der zweiten Hand gehalten. Zieht der Fisch, wird Schnur freigegeben, lässt der Zug nach, wird Schnur eingezogen und mit der Hand fixiert.
  • In passenden Momenten wird die leere Schnur auf die Rolle gekurbelt
  • Wenn keine leere Schnur mehr vorhanden ist, wird der Fisch nicht mehr per Hand, sondern über die Rolle gedrillt.

Fliegenfischen mit Schonhaken

Die meisten handelsüblichen Köder für das Fliegenfischen verwenden Schonhaken. Diese besitzen keinen Widerhaken. Dies hat zur Folge, dass der Fisch sich einfacher befreien kann. Daher ist es beim Fliegenfischen besonders wichtig, die Schnur stets auf Spannung zu halten.

Fliegenfischen Drill

Hotspots zum Fliegenfischen

Einer der beliebtesten Fische beim Fliegenfischen ist die Forelle. Sie tritt in den meisten heimischen Bächen und Flüssen, aber auch in vielen Seen auf. Folgende Tipps können Hinweise auf gute Hotspots geben:

an Flüssen und Bächen

  • Strömungswechsel berücksichtigen: Forellen jagen meist in starker Strömung, lauern jedoch in ruhigeren Teilen
  • unterschiedliche Wassertiefen berücksichtigen, diese sind meist anhand von Farbwechseln sichtbar

an Seen

  • Frischwasserzuläufe aber auch Krautfelder können hier perfekte Angelplätze darstellen

Fliegenfischen mit der Wathose

Um an die besten Stellen zu gelangen, kann es beim Fliegenfischen häufig auch nötig sein, in das Wasser hinein zu waten und aus dem Wasser heraus zu fischen. Hier empfiehlt sich eine Wathose.

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