Die richtige Köderwahl beim Fliegenfischen

Die Wahl des richtigen Köders für das Fliegenfischen ist eine Kunst für sich, weil verschiedene Varianten für die unterschiedlichsten Angelmethoden aber auch Verhältnisse zur Verfügung stehen. Hinzu kommt eine große Auswahl an Farben, Größen und Formen. Eine kurze Übersicht über die wichtigsten Köder beim Fliegenfischen kann die Wahl, vor allem für Einsteiger, wesentlich vereinfachen.

Üblicherweise werden beim Fliegenfischen die Köder in folgende vier große Kategorien eingeteilt:

Kategorien der Köder zum Fliegenfischen

  • Trockenfliege: Schwimmt auf der Wasseroberfläche; wird regelhaft auf die Oberfläche getippt aber auch in der Strömung treiben gelassen
  • Nassfliege: Treibt knapp unter der Wasseroberfläche; treibt in einem Bogen ans Ufer
  • Nymphe: Wird am Grund präsentiert; wird durch die Strömung weiterbewegt
  • Streamer: Kann in unterschiedlichen Tiefen verwendet werden. Nutzt die Strömung um kleine Fische zu imitieren

Die Trockenfliege als Köder zum Fliegenfischen

Informationen zur Trockenfliege

Die Trockenfliege zählt zu den in Mitteleuropa beliebtesten Ködern beim Fliegenfischen. Sie imitiert ein ausgewachsenes Insekt, das über dem Gewässer fliegt und für die Eiablage die Wasseroberfläche berührt. Somit sind die meisten Trockenfliegen in natürlichen Farben und Mustern gehalten. Es bietet sich an, beim Fliegenfischen den Köder an die tatsächlich vorkommenden Insekten anzupassen.

Fortgeschrittene Angler werden stets eine größere Auswahl an Ködern beim Fliegenfischen mitführen. Einsteiger nutzen am besten Exemplare, die für ihre universelle Einsetzbarkeit bekannt sind. Hier sind beispielsweise die „Märzbraune Fliege“ aber auch die „Adams“ zu nennen.

Möchte man das Fliegenfischen intensiver betreiben, so empfiehlt sich der Kauf eines entsprechenden Sets. Es enthält unter anderem diese Top Trockenfliegen und bietet zugleich die Möglichkeit die Fliegen sicher zu lagern und zu transportieren.

Verwendung der Trockenfliege

Die Trockenfliege symbolisiert das Fliegenfischen wie kein anderer Köder. Die typischen Auswurfbewegungen dienen dazu, das lebende, fliegende Insekt zu imitieren. Häufig wird der angebotene Köder noch in der Flugbewegung unmittelbar über der Wasseroberfläche angenommen. Nach einigen Würfen kann die Trockenfliege aber auch hervorragend der Strömung übergeben werden. Nun imitiert sie ein Insekt, das unglücklicherweise ins Wasser gestürzt ist: leichte und sehr willkommene Beute.

Die Nassfliege als Köder zum Fliegenfischen

Informationen zur Nassfliege

Nassfliegen imitieren Insekten, die sich im Wasser befinden. Dies können ertrunkene Mücken oder auch Larven der Tiere sein. Daher werden Nassfliegen ebenfalls in sehr vielen verschiedenen Farben und Formen hergestellt. Es finden sich bei diesen Ködern häufig naturgetreue Nachbildungen, zusätzlich aber auch Neon- und Schockfarben. Diese sind im Wasser besser sichtbar. Die meist sehr filigran gebundenen Fliegen greifen unter Wasser stark die Bewegungen der Strömung auf und lenken so die Aufmerksamkeit der Fische auf sich.

Beliebte Nassfliegenmusterungen:

  • Allrounder
  • Alexandra
  • Frenzy 

Verwendung der Nassfliege

Dieser Köder fürs Fliegenfischen wird an einem langen Vorfach montiert und möglichst weit in den Fluss geworfen. Ist der gewünschte Punkt erreicht, überlässt man die Fliege der Strömung. Am langen Vorfach wird sie etwas unter der Wasseroberfläche in einem Bogen bis zurück ans eigene Ufer getrieben. In dieser Phase, die häufig als Wettflyswing bezeichnet wird, erfolgen die meisten Bisse.

Die Nassfliege bietet sich aufgrund der Technik nur für das Angeln in Flüssen an. Für das Fischen am See sollten andere Köder gewählt werden.

Die Nymphe als Köder zum Fliegenfischen

Informationen zur Nymphe

Die beliebtesten Köder beim Fliegenfischen imitieren nicht die Fliege selbst, sondern deren heranwachsende Nachkommen, die Nymphen. Dabei handelt es sich um die weiterentwickelten Larven von Mücken und Fliegen, die über mehrere Monate hinweg im Wasser leben. Da sie in ihren Bewegungen meist eingeschränkt und gänzlich ihren Feinden ausgeliefert sind, verstecken sich die Nymphen üblicherweise am Grund. Dies ist selbstverständlich auch den Fischen bekannt. Eine Tatsache, die sich der Angler zunutze macht und beim Fliegenfischen als Köder eine Nymphe wählt.

Wie bei anderen Ködervarianten auch werden Nymphen in den verschiedensten Formen und Mustern angeboten. Es dominieren Imitationen von natürlich vorkommenden Insekten. Besonders empfehlenswert sind die universell einsetzbaren „Hasenohr-Nymphen“ und „Goldkopfnymphen“.

Fliege an Gewässerbewohner anpassen

Beim Angeln mit Nymphen bietet es sich an, nach natürlich vorkommenden Insektenlarven (zum Beispiel unter Steinen) zu suchen und den Köder entsprechend anzupassen.

Verwendung der Nymphe

Wie üblich wird der Köder an die gewünschte Stelle befördert. Nun lässt man die Nymphe, welche üblicherweise leicht beschwert ist, auf den Grund sinken. Wird im Fluss geangelt, treibt der Köder dabei etwas ab. Am Gewässergrund angekommen spielt das Wasser mit den feinen Haaren und Fäden der Nymphe und reizt so die Fische zum Biss. Da man den Angelköder in tieferem Wasser häufig nicht sieht, kann es sich als schwierig erweisen, den Biss rechtzeitig zu erkennen.

Bissanzeiger beim Fliegenfischen

Viele Fliegenfischer verwenden kleine Bissanzeiger oder Schwimmer aus Kork, um den Biss besser beobachten zu können.

Der Streamer als Köder zum Fliegenfischen

Informationen zum Streamer

Ein Streamer imitiert, im Gegensatz zu den sonstigen Ködern, meist keine Insekten, sondern einen kleinen Beutefisch. Das einfache Treiben in der Strömung ist häufig nicht ausreichend, um die Fische zum Anbeißen zu überreden. Leichte Rucke und sonstige Bewegungen mit der Rute verleihen dem Köder das nötige Leben.
Streamer werden sowohl an der Oberfläche, in verschiedenen Tiefen unterhalb der Oberfläche, als auch knapp über dem Grund verwendet, wobei die Vielfalt an angebotenen Ködern entsprechend groß ist. Es bietet sich hier geradezu an, ein kleines Set mit unterschiedlichen Exemplaren zu erwerben, um auf alle möglichen Gegebenheiten vorbereitet zu sein. Als besonders effektiv ist der „Wooly Bugger“ hervorzuheben.

Verwendung des Streamers

Ähnlich wie beim Spinnfischen wird auch beim Fliegenfischen der Köder als Imitation eines Beutefisches verwendet. Dafür wird der Streamer nach dem Auswurf mit kleinen Rucken aber auch durch gezieltes Einholen in Bewegung versetzt. Meist ist ein Stop-and-Go Verfahren besonders effektiv, wobei der Köder kurz eingeholt und anschließend für einige Sekunden liegengelassen wird.

Der Streamer, der die Fische überlistet

Der Streamer hat sich als ein hervorragender Köder etabliert, welcher eine Vielzahl an Fischen überlisten kann. Vor allem beim Fliegenfischen auf Hecht, Rapfen oder andere größere Raubfische ist der Streamer garantiert die beste Wahl.

Montage des Köders beim Fliegenfischen

Beim Fliegenfischen ist alles anders. Nicht nur die Ausrüstung, die Technik oder die Köder. Auch die Art und Weise, wie Letztere an der Hauptschnur befestigt werden, unterscheidet sich. Bei einigen Fliegenschnüren ist bereits am Ende eine vorgefertigte Schlaufe angebracht. Ist dies nicht der Fall, kann eine Geflechtsschlaufe montiert werden. Die unterschiedlichen Vorfächer und Montagen (welche sich je nach Köder und Angeltechnik stark unterscheiden) werden mit dieser Schlaufe montiert. Sie können jederzeit innerhalb weniger Sekunden gewechselt werden.

Profi-Tipp: Welcher Köder für welche Fische

Unterschiedliche Fischarten weisen unterschiedliches Fressverhalten auf. Dementsprechend bieten sich auch jeweils andere Köder beim Fliegenfischen besonders gut an.

Übersicht Fliegenfischköder nach Fischarten

  • Äsche: Nassfliegen, Nymphen
  • Forelle: Nassfliegen, Trockenfliegen, Nymphen
  • Döbel: Nassfliegen, Trockenfliegen, Nymphen
  • Hecht: Streamer
  • Meerforelle: Streamer, Trockenfliegen, Nassfliegen
  • Rapfen: Streamer
  • Lachs: Streamer, Trockenfliegen, Nassfliegen, Nymphen
  • Wolfsbarsch: Streamer

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