Die Äsche

Die Äsche Thymallus thymallus

Regionale Bezeichnungen: Asche, Asch, Mailing, Springer, Perpel

In Mitteleuropa kommt die Äsche vor allem in schnell fließenden und sauerstoffreichen Gewässern mit einem Flussbett aus Kies und Steinen vor. Sie ist die Leitform der Äschenregion, die stromabwärts auf die Forellenregion folgt. Es gibt zwar in der Äschenregion auch noch Bachforellen, die Leitform ist jedoch die Äsche.

Die Äsche hat zwar einen ebenso hohen Sauerstoffbedarf, sucht aber im Gegensatz zur Bachforelle eher ruhigeres und tieferes Wasser in Buchten und Kolken welche auch als Gumpen bezeichnet werden auf.

Äschenpopulationen gibt es auch im Seerhein zwischen Ober- und Untersee und im Bodenseeabfluss Hochrhein bis etwa auf Höhe der Thurmündung. In Skandinavien und im Norden Russlands kommt die Äsche selbst in Seen vor.

Äschen sind auf klares, sauberes und kühles Wasser angewiesen. Dort wo Flussverbauungen oder Gewässerverschmutzung den Äschen das Leben schwer machen, sind ihre Bestände stark gefährdet. Von Berufsfischern und Sportanglern wird auch der Fraßdruck der unter Schutz stehenden Kormorane für den Rückgang der Äschenbestände verantwortlich gemacht. Sicher nachgewiesen ist dies bis jetzt aber nur das Äschenlaichgebiet im Konstanzer Trichter am Beginn des Seerheins.

Äschen sind zwar recht scheu, haben aber keine festen Verstecken wie die Bachforellen.

Da die natürlichen Äschenbestände in vielen Fließgewässern bedroht sind, werden sie auch in Brutanstalten bis zum Setzling herangezogen und dienen als Besatz für die Wildgewässer der Äschenregion. Die Aufzucht gestaltet sich jedoch schwieriger, da Äschen – anderst als die Forellen – schon als Jungfische ausschließlich Lebendfutter fressen.

Körperbau der Äsche

Die Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse lässt erkennen, dass die Äsche zur Familie der Salmoniden gehört. Die Äsche hat einen langgestreckten, im Querschnitt ovalen Körper mit einem kleinen, spitz zulaufenden Kopf und einem engen, leicht unterständigen Maul.

Charakteristisch für die Äsche ist aber vor allem Ihre hohe und lange, nach hinten fahnenartig ausgezogene Rückenflosse. Bei den Männchen sind Rück- und Bauchflosse deutlich größer als bei den Weibchen. Die Schwanzflosse ist relativ tief gespalten.

Die Rückenpartie ist grau-grün bis grau-bläulich gefärbt, die Flanken und die Bauchseite heller, silbrig-weiß bis gelblich messingfarben. Auf Rücken und in den Flanken sind einige, unregelmäßig verteilte schwarze Flecken zu erkennen. Auf der grauen Rückenflossen sind die in Reihen angeordneten Flecken dagegen eher rötlich gefärbt.

Eine ausgewachsene Äsche kann bis zu 1,5kg wiegen und eine Körperlänge von bis zu 60cm haben. Die durchschnittliche Länge liegt jedoch zwischen 25 und 35cm bei einem Gewicht von etwa 500g.

Nahrung der Äsche

Äschen ernähren sich von Insekten, d.h. Larven, die sie über dem Gewässergrund erbeuten und über dem Wasserspiegel anfliegenden Adulte, nach denen sie schnappen. Sie suchen außerdem dicht über dem Substrat stehend nach Würmern, Schnecken und Fischlaich. Kapitale Äschen machen auch auf Kleinfische Jagd.

Fortpflanzung der Äsche

Die Laichzeit liegt zwischen März und Juni. Das Weibchen schlägt zunächst in einer schnell überströmten Kiesfläche eine Laichgrube aus, legt bis zu 6.000 drei bis vier Millimeter große Eier ab, die sofort nach der Besamung durch das Männchen wieder mit Kies zugedeckt werden. Nach etwa 2 Wochen schlüpfen die Fischlarven. Die Weibchen sind im 4. Jahr geschlechtsreif, die Männchen bereits im 2. oder 3. Lebensjahr.

Fliegenfischen auf Äsche

Äschen zu fangen, das ist sicherlich eine Herausforderung für den Fliegenfischer, die einige Erfahrung verlangt, aber auch eines der Highlights der Sportfischerei. Äschen stehen zwar meist im tiefen Wasser dicht über dem Grund, steigen aber rasch zur Gewässeroberfläche auf – vorausgesetzt sie sind in Beißlaune. Neben Fliegen werden Würmer und Insekten als Köder angenommen. Verfehlt die Äsche beim ersten Biss den Köder, dann versucht sie es auch ein zweites oder drittes Mal. Dazu musst der Köder allerdings genau über ihr stehen. Äschen stehen meist nicht einzelnen, sondern in Gruppen über dem Grund. Daher kann der Fliegenfischer, wenn er eine Äsche erbeutet hat, damit rechnen, noch weitere Exemplare fangen zu können.